Zichorienkaffee: Wie gut ist die Kaffee Alternative aus dem Kraut?

Zichorienkaffee wird aus dem Kraut der Gemeinen Wegwarte gewonnen. In diesem Artikel erklären wir dir, was es mit der Kaffee Alternative auf sich hat und wie sie hergestellt wird.
Eine Tasse Zichorienkaffee mit Zichorien und Kaffeegranulat

Das findest du im Artikel

Was ist Zichorienkaffee?

Zichorienkaffee oder auch Landkaffee genannt, ist eine von vielen Kaffee Alternativen. Hergestellt wird sie aus der hellblauen Zichorie, einer krautartigen Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die auch als Gemeine Wegwarte bekannt ist.

Der Zichorienkaffee wurde wie der Malzkaffee in der Not erfunden, da man sich nach dem Krieg keinen Bohnenkaffee mehr leisten konnte und eine günstige und vor allem regionale Alternative finden musste. Aus diesem Grund wurden unter Friedrich dem Großen Zichorienkulturen angelegt, die dann für seine Herstellung dienten.

Der Zichorienkaffee hat eine intensive karamellbraune Farbe und ist zudem koffeinfrei. Man kann Zichorienkaffee auch normalem Kaffee beimischen, um den Koffeingehalt darin zu senken.

Die Blüten der Zichorie werden nicht zur Herstellung des Zichorienkaffees genutzt
Von der Zichorie werden nur die Wurzeln für den Zichorienkaffee genutzt

Ist Zichorienkaffee gesund?

Zichorienkaffee ist nicht nur koffeinfrei, sondern auch frei von Gluten, wodurch er eine gute Alternative für viele Personengruppen darstellt, die Unverträglichkeiten haben. Zudem enthält die Zichorie viele Inulinfasern, die für die Verdauung sowie die Darmflora gut sind und Bauchschmerzen und Blähungen entgegenwirken können.

Außerdem soll die Gemeine Wegwarte dabei helfen das Hungergefühl zu regulieren und den Blutzucker- und Cholesterinspiegel zu senken. Sie enthält aber auch Vitamine, Eisen, Phosphor, Kalzium und Mangan. Letzteres kann dabei helfen die Durchblutung im Hirn zu stimulieren und dadurch die Gehirnfunktion zu verbessern.

Übrigens: Die Gemeine Wegwarte wurde vom Verein NHV Theophrastus, einem Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, zur Heilpflanze des Jahres 2020 gewählt. Dieser Verein kürt bereits seit dem Jahr 2003 jährlich die „Heilpflanze des Jahres“. Im Jahr 2005 wurde die Zichorie sogar als „Gemüse des Jahres“ gewählt.

Allerdings sollten Schwangere und Stillende den Zichorienkaffee meiden, da eine Überdosis zu Fehlgeburten und starken Monatsblutungen führen kann. Auch Personen, die eine Allergie gegen Birkenpollen oder Traubenkraut haben, sollten die Kaffee Alternative meiden, da sie eine allergische Reaktion bei ihnen auslösen könnte.

Wie schmeckt Zichorienkaffee?

Zichorienkaffee hat einen kaffeeähnlichen Geschmack, der allerdings weniger rauchiger und süßlicher ist. Dadurch hat er zwar einen malzigen und aromatischen Geschmack, welcher dennoch als gewöhnungsbedürftig empfunden werden kann.

Wie wird Zichorienkaffee hergestellt?

Zu Beginn werden die Zichorienwurzeln gesäubert, zerkleinert und getrocknet. Dann werden die Wurzeln bei 120-140°C schonend geröstet. Wenn noch Säfte in den Wurzeln enthalten waren, karamellisieren diese nun, wodurch der kaffeeähnliche Geschmack entsteht.

Anschließend findet per Gegenstromprinzip die Extraktion statt. Dabei werden die Zutaten mit heißem Wasser durchflutet. Anschließend wird die Masse von einem hohen Sprühturm als feiner Nebel versprüht.

Während die Tröpfchen durch den heißen Luftstrom fallen, wird ihnen die Flüssigkeit entzogen, so dass der fertige Instantkaffee unten im Sprühturm ankommt.

Eine Tasse Zichorienkaffee mit einem Teelöffel mit Instantpulver der Kaffee Alternative und Zichoren
Nach der Extraktion erhält man das Instantpulver

Zichorienkaffee selber herstellen

Wer sich mit Pflanzenkunde auskennt, kann natürlich selbst einmal Ausschau nach der Zichorie halten und die Pflanze, die von Juli bis Oktober blüht im Herbst ernten. Denn man kann den Zichorienkaffee auch ganz einfach zu Hause selbst herstellen.

Dafür werden die Wurzeln zuerst gewaschen und dann in 3-5 mm dicke Scheiben geschnitten. Danach legt man die Scheiben auf ein Backblech, auf dem Backpapier ausgelegt wurde, um die Wurzelscheiben trocknen zu lassen.

Hierfür kann man entweder die Sonne nutzen oder doch den Ofen. Dort werden sie dann bei 40°C für mehrere Stunden getrocknet. Wenn die Wurzeln getrocknet sind, kann man sie in eine beschichtete Pfanne geben und unter ständigem Umrühren bei mittlerer Hitze dunkelbraun rösten.

Möchte man mehrere Wurzeln auf einmal rösten, kann man dies auch im Ofen bei 120°C machen. Sobald die Wurzelscheiben dann abgekühlt sind, kann man sie in einer Kaffeemühle mahlen und dann wie Filterkaffee zubereiten.

Wurzeln der Zichorie, die für die Herstellung des Zichorienkaffees genutzt werden
So sehen die Wurzeln der Zichorie aus, die für die Herstellung des Zichorienkaffees genutzt werden

Wie bereitet man Zichorienkaffee zu?

Da es Zichorienkaffee mittlerweile als Instantkaffee zu kaufen gibt, muss man für die Zubereitung lediglich 1-2 Teelöffel des Pulvers in eine Tasse geben und mit 200 ml Wasser übergießen. Anschließend rührt man die Mischung kurz um und schon kann man den Kaffee trinken.

Zichorienkaffee: Die schnelle Anleitung zum Genuss!

Zubereitung: 5 Minuten
Kalorien: 5 kcal
Equipment
  • Wasserkocher
  • Tasse
  • Teelöffel
Zutaten
  • 1-2 TL Zichorienkaffee
  • 200 ml heißes Wasser
Optional
  • Milch
  • Sahne
  • Süßungsmittel
  • Zimt
Anleitungen
  • Koche das Wasser im Wasserkocher
  • Gebe den Zichorienkaffee in die Tasse
  • Gieße das heiße Wasser in die Tasse
  • Rühre die Mischung um, damit sich das Pulver auflöst
  • Lass den Kaffee etwas abkühlen
  • Genießen
Tipps
  • Versuche den Zichorienkaffee einmal mit Milch statt Wasser, dadurch wird er cremiger.
  • Zum Verfeinern kannst du Süßungsmittel, Sahne oder Zimt hinzugeben, dadurch nimmt der Kaffee auch nochmal einen neuen Geschmack an.

Wie nachhaltig ist Zichorienkaffee?

Dank der Kultivierung durch Friedrich den Großen, ist die Zichorie heutzutage nicht nur in Afrika, sondern auch in Mitteleuropa beheimatet. Dadurch kann die Hauptzutat der Kaffee Alternative vor Ort geerntet und verarbeitet werden, wodurch Transportwege und somit auch CO2 gespart werden.

Zudem ist die Zichorie eine besonders pflegeleichte und robuste Pflanze, die trockene Standorte gewohnt ist und dadurch weniger Wasser benötigt. Auch der Einsatz von Pestiziden ist hier eher unüblich.

Fazit – Mehr als nur ein Blümchenkaffee

Dass man nicht immer zum klassischen Bohnenkaffee greifen muss, zeigt auch der Zichorienkaffee. Die Zichorie ist nämlich nicht nur schön anzusehen, aus ihr kann man auch eine leckere, regionale Kaffee Alternative zubereiten, die sich sogar positiv auf deine Gesundheit und die Umwelt auswirken kann.

Speicher dir diesen Artikel für später, damit du unser Rezept auch einmal ausprobieren kannst, sobald das Kraut wieder wächst. Optional kannst du dir auch unseren Artikel über die verschiedenen Kaffee Alternativen anschauen, falls du dich mehr über dieses Thema informieren möchtest.

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