Malzkaffee: Die Kaffee-Alternative aus Getreide

Malzkaffee wurde in der Not erfunden und hat sich mittlerweile über mehrere Jahrhunderte gehalten. Doch was steckt dahinter? Hier erfährst du alles über den Ersatzkaffee aus Getreide.
Malzkaffee auf einem Tisch neben drei Gerstenähren

Das findest du im Artikel

Was ist eigentlich Malzkaffee?

Malzkaffee ist ein Kaffee-Ersatzprodukt, das aus Gerste hergestellt wird. Deshalb ist das Heißgetränk auch als Getreidekaffee bekannt. In der Herstellung, der Farbe und im Geschmack ähnelt er sogar dem Bohnenkaffee.

Hin und wieder wird Malzkaffee auch als Muckefuck bezeichnet, was von dem französischen Begriff „Mocca faux“ kommt und so viel wie falscher Kaffee bedeutet. Dieser Begriff steht stellvertretend für alle Kaffees, die nicht aus Kaffeebohnen hergestellt werden. Hierzu zählen unter anderem der Zichorienkaffee oder Früchtekaffee.

Gerste, der Hauptbestandteil von Malzkaffee, in Form von Ähren und Körnern  neben einem Holzrad auf einem Jutesack in einem Eck aus Holz und geflochtenem Korb.
Gerste ist der Hauptbestandteil von Malzkaffee

Die Geschichte des Malzkaffees

Im 18. Jahrhundert ließ Friedrich der Große als Erster all den Kaffee konfiszieren, der illegal eingeführt und konsumiert wurde. Jahre später war Napoleons Kontinentalsperre der Grund für weniger Kaffeebohnen in Europa.

Während und nach dem zweiten Weltkrieg sorgten weitere Knappheiten sowie steigende Handelspreise dafür, dass ein Ersatzgetränk gefunden werden musste. Wichtige Anforderungen waren dabei, dass sich die Grundzutat und das Getränk lokal anbauen und produzieren ließen.

Übrigens: Gerste ist eines der ältesten Getreide der Welt und wurde ursprünglich im Vorderen Orient angebaut.

Ist Malzkaffee gesund?

Einige Menschen haben das Gefühl nach einem Malzkaffee fitter zu sein und mehr Energie zu haben, was im Zusammenhang mit den Kohlenhydraten und dem Malzzucker steht. Dadurch eignet sich das Getränk auch besonders für Sportler.

Malzkaffee ist vor allem für diejenigen gedacht, die Bohnenkaffee nicht mögen, vertragen oder darauf verzichten sollten, wie zum Beispiel Kinder, Schwangere und Stillende. Gleiches gilt für das Koffein. Des Weiteren sind weniger Gerbstoffe im Malzkaffee enthalten, was ihn magenfreundlicher und verträglicher macht.

Hinweis: Durch die Röstung sind ebenfalls Acrylamide im Malzkaffee enthalten, weshalb man nicht mehr als zwei bis drei Tassen pro Tag trinken sollte. Durch das Getreide enthält der Kaffeeersatz zwar mehr Kohlenhydrate als normaler Kaffee, ist aber mit 8 kcal pro Tasse dennoch recht kalorienarm.

Zudem lässt sich das Getränk auch problemlos am Abend trinken. Nicht nur, weil das wachmachende Koffein fehlt, sondern auch wegen dem enthaltenden Ballaststoff Inulin. Es hilft sogar dabei ein- und durchzuschlafen. Nebenbei hat er unter anderem auch positive Auswirkungen auf die Darmflora und unterstützt somit die Verdauung.

Personen, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, sollten jedoch vor dem Kauf immer auf die Inhaltsstoffe achten. Es gibt ein paar Produkte, wie den Naturata Bio Getreide Kaffee, die glutenfrei sind. Allerdings ist Gerste von Natur aus glutenhaltig, weshalb man die Verpackung immer nach den jeweiligen Hinweisen überprüfen sollte.

Wie wird Malzkaffee hergestellt?

Für die Herstellung des Malzkaffees wird die Gerste zuerst gereinigt und von Unreinheiten sowie Schalen, Stielen und Blättern befreit. Daraufhin wird sie ins Wasser gelegt und zum Keimen gebracht. Währenddessen entsteht der Malzzucker. Dieser Schritt unterscheidet Malzkaffees auch von anderen Getreidekaffees.

Danach wird die Gerste über mehrere Wochen getrocknet. Zum Schluss wird sie bei 150 bis 200°C geröstet, wobei der Malzzucker karamellisiert und anschließend noch gemahlen.

Übrigens: Je nach Rezeptur können auch weitere Getreidearten wie Roggen oder Dinkel enthalten sein.

Später werden die Bestandteile zerkleinert und mit heißem Wasser ein Extrakt erzeugt. Daraufhin wird es sprüh- bzw. gefriergetrocknet und in eine feine Pulverform gebracht.

Früher wurde der Ersatzkaffee mit einer so genannten Röstpfanne geröstet. Diese ähnelte einer kleinen Pfanne mit Deckel und einer Kurbel zum Umrühren der Körner. Danach wurde er gemahlen und anschließend war er bereit für die Zubereitung. Oftmals wurde zusätzlich gemahlene Zichorienwurzel hinzugegeben, um dem Getränk eine dunklere Farbe und eine bittere Note zu verleihen.

Drei Röstpfannen, die früher zum Rösten von Malzkaffee verwendet wurden
So sahen die Röstpfannen früher aus

Malzkaffee selber herstellen

Malzkaffee lässt sich auch zu Hause herstellen. Dazu empfehlen wir hochwertige und frische Gerste von Bauern vor Ort. Die Frische ist vor allem für die Keimung wichtig. Die Gerstenkörner kannst du dann mit Wasser an einen warmen, ruhigen Ort stellen.

Wenn die Körner sich öffnen und die ersten Triebe entstehen, kannst du die Körner trocknen und rösten. Das geht am besten in einer trockenen, beschichteten Pfanne. Die Gerste sollte von allen Seiten goldbraun geröstet sein, bevor du sie rausnehmen, abkühlen und mahlen kannst. Danach kannst du den Kaffee genießen.

Übrigens: Der Geschmack und die Süße werden durch die Dauer der Keimung bestimmt und je feiner das Endprodukt, umso mehr Aroma kann sich entwickeln.

Wie schmeckt Malzkaffee?

Durch die schonende Röstung entfaltet sich ein besonderes Aroma, das durch den karamellisierten Malzzucker eine süße Note aufweist. Gleichzeitig enthält der Malzkaffee weniger Bitterstoffe, wodurch er einen milden Geschmack besitzt. Dadurch ist er auch vor allem bei Kindern beliebt.

Wie bereitet man Malzkaffee zu?

Malzkaffee gibt es gemahlen oder als löslichen Instantkaffee. Die Zubereitung ist recht simpel, da man lediglich 1-2 Teelöffel Pulver mit heißem Wasser aufgießt. Alternativ kann man das Wasser durch kalte oder warme Milch ersetzen. Wer seinen Malzkaffee verfeinern möchte, kann ihn zusätzlich mit Milchschaum zubereiten sowie Zucker oder Aromen, wie zum Beispiel Vanille hinzufügen.

Malzkaffee – So schnell geht’s!

Die Zubereitung von Malzkaffee ist so einfach, dass du gar nichts falsch machen kannst.
Zubereitung: 5 Minuten
Kalorien: 8 kcal
Equipment
  • Wasserkocher
  • Tasse
  • Teelöffel
Zutaten
  • 1-2 TL Malzkaffee
  • 200 ml heißes Wasser
Optional
  • Milchschaum
  • Zucker
  • Aromen
Anleitungen
  • Setze das Wasser im Wasserkocher auf
  • Gib den Malzkaffee in die Tasse
  • Gieße das heiße Wasser in die Tasse
  • Umrühren
Tipps
  • Das heiße Wasser kann man durch kalte oder warme Milch ersetzen
  • Verfeinere deinen Malzkaffee durch Milchschaum, Zucker oder Aromen

Fazit – Eine Empfehlung wert!

Malzkaffee ist für alle Altersgruppen geeignet und insgesamt auch verträglicher als Bohnenkaffee, weshalb er eine wunderbare Kaffee-Alternative darstellt. Zudem hat er auch gesundheitliche Vorteile, vor allem die Verdauung betreffend, welche der Bohnenkaffee nicht aufweisen kann.

Außerdem lässt sich der Ersatzkaffee schnell zubereiten und auf verschiedene Arten verfeinern. Solltest du also keinen Kaffee vertragen oder sogar darauf verzichten müssen, können wir dir den Malzkaffee empfehlen. Also wieso probierst du ihn nicht einmal aus und überzeugst dich selber von der Getreide-Alternative?

Die häufigsten Fragen beantwortet:

Was ist Malzkaffee?

Malzkaffee ist eine dem Bohnenkaffee ähnelnde Alternative, die aus Gerste hergestellt wird. Er wird auch als Getreidekaffee oder Muckefuck bezeichnet.

Woraus besteht Malzkaffee?

Malzkaffee besteht aus den gerösteten Gerstenkörnern. Diese werden später gemahlen und können dann mit Wasser aufgegossen werden.

Wie schmeckt Malzkaffee?

Der Geschmack kann dem Bohnenkaffee ähneln, wobei Malzkaffee durch die Röstung noch eher süßer und milder schmeckt.

Wie gesund ist Malzkaffee?

Im Vergleich zu Bohnenkaffee enthält Malzkaffee kein Koffein und weniger Gerbstoffe, was ihn verträglicher macht. Zudem enthält er Inulin, das positive Auswirkungen auf die Verdauung hat. Allerdings sind durch die Röstung Acrylamide enthalten, weshalb man nur wenige Tassen am Tag davon trinken sollte.

Ab wann dürfen Kinder Malzkaffee trinken?

Es wurde nirgends festgelegt, ab wann Kinder Malzkaffee trinken dürfen. Da es sich jedoch nur um eine Kaffee-Alternative handelt, können ihn auch bereits jüngere Kinder trinken. Allerdings sollten sie wegen der Acrylamide nicht so viel davon zu sich nehmen.

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