Type and press Enter.

Neu hier? Alles zu Kaffee!

Arabica & Robusta Kaffee: Was ist nun besser?

Robusta und Arabica Kaffeebohne nebeneinander

Jeder, der sich ein wenig mit dem Thema Kaffee beschäftigt hat, hörte bestimmt auch schon von diesen beiden Begriffen.
Wo genau der Unterschied zwischen Arabica- und Robusta-Bohnen liegt, worauf es beim Geschmack ankommt und worauf man besonders bei der Wahl der wirklich guten Kaffeebohnen achten soll, erfährst du in diesem Artikel.

Das wichtigste zuerst: Arabica und Robusta sind miteinander verwandt, da sie beide von der Kaffeepflanze Coffea stammen. Sie wachsen jedoch an unterschiedlichen Orten der Welt und unter grundverschiedenen Klimabedingungen auf.
Das hat einen enormen Einfluss auf Unterschiede im Geschmacks- und Aromen-Profil und macht jeden der Kaffee-Geschwister wirklich einzigartig.

Also, weg mit den Vorurteilen! Lass uns die beiden Kaffeepflanzen etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Robusta (Coffea canephora)

Robusta Kaffeestrauch
So sehen die reifen Robusta-Kaffeekirschen aus. In dieser Phase können sie schon geerntet werden.

Die Kaffee-Bohne wird definitiv von zu vielen Kaffeekonsumenten unterschätzt! Ein kleiner Blick hinter die Kulisse eines richtig guten Robusta-Kaffees eröffnet uns neue Sichtweisen.

Anbaugebiete

Robusta wird auch als Tiefland-Kaffee bezeichnet.
Es hört sich vielleicht nicht ganz so schön an – bringt jedoch einige Vorteile für den leichteren Anbau der Pflanzen mit sich, welche sich schlussendlich positiv auf den Preis für den Endverbraucher auswirken.

Die Kaffee-Plantagen befinden sich vorwiegend in der Höhe zwischen 200 – 700 Meter über dem Meeresspiegel, das macht sie deutlich zugänglicher.

Robusta-Kaffee stammt ursprünglich aus West- und Zentralafrika und wird heute überwiegend in Westafrika und Südostasien sowie insbesondere Vietnam angebaut.
Dort findet Robusta die optimalen Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen.

Kaffeeplantage Robusta
Robusta wird auch als Tiefland-Kaffee bezeichnet, da sich die Plantagen meistens in der Höhe zwischen 200 – 700 Meter befinden.

Anbaubedingungen

Robusta-Kaffee ist tatsächlich robuster nicht nur den sprunghaften Wetterbedienungen gegenüber, sondern auch gegenüber standhafter Hitze (die Pflanzen kommen gut mit Temperaturen von bis zu 36°C zurecht), hoher Luftfeuchtigkeit und sogar diversen Krankheiten und Insekten, die eine Kaffeepflanze befallen können.

Auch direkte Sonnenlichteinstrahlungen können der Kaffeepflanze in der Regel keinen großen Schaden anrichten, wobei man dazu sagen soll, dass die Kaffee-Pflanze eigentlich schattige Plätze bevorzugt.

Optische Merkmale

Pflanze

Der Robusta-Kaffeestrauch erreicht eine Höhe von 5 bis 10 Metern, wird jedoch wie auch die Avocado-Bäume (die in der Natur bis zu 40 Meter hoch werden können) zurecht geschnitten und somit eher klein gehalten. Dadurch werden die Pflanzen unkomplizierter für den Kaffee-Bauern im Umgang bei der Pflege und Ernte.

Der Kaffeestrauch weist ein tiefes Wurzel-System auf und trägt deutlich mehr Früchte an den Zweigen, was für den Kaffee-Bauern einen höheren Ertrag garantiert.

Die Blätter einer Robusta-Pflanze sind etwas kleiner als die einer Arabica-Pflanze und haben wie auch die Kaffeebohnen selbst eine eher rundlichere Form.

Die Kaffee-Kirsche

Die reifen Kaffee-Kirschen haben eine tiefrote Farbe, sie sind recht breit und weisen eine ovale Form auf.
In einer Kaffee-Kirsche befinden sich meistens 2 Kaffeebohnen gelb-bräunlicher Farbe.

Kaffeebohnen

Kaffeebohne Robusta
Robusta-Kaffeebohne mit einer charakteristisch breiten, geraden Kerbe

Die Kaffeebohnen eines Robusta-Kaffees sind rund geformt und etwas kleiner als die Bohnen einer Arabica-Pflanze. Sie sind mit einer charakteristisch längst gezogenen, breitengeradliniger Kerbe ausgestattet, die die Flache Seite der Bohne mittig durchdringt.

Ernte

Der Robusta-Kaffee (oder auch Coffea canephora) macht ca. 30 – 40% der Welt-Kaffee-Ernte aus.

Die Pflanze bestückt sich im Wachstumsprozess mit mehr Kaffee-Früchten pro Strauch, die auch noch deutlich schneller reifen (ca. 6 Monate nach der Bestäubung der Blüte). Somit ist die Ernte mehrmals im Jahr möglich.

Die Ernte kann manuell wie auch maschinell passieren, hier kommt es individuell auf den Bauern an. Die maschinelle Ernte ist besonderes bei den flachen, gut ausgebauten Plantagen beliebt.

Es gibt zwei verschiedene Methoden, die sich grundlegend voneinander unterscheiden: die Picking- und die Stripping-Methode. Bei Robusta-Bohnen wird meist die Stripping-Methode angewandt.

Die Stripping-Methode

Bei der sogenannter „Stripping-Methode“ werden alle Kirschen wie auch Blätter und ggf. sogar Blüten vom Strauch entfernt, es bleiben lediglich kahle Zweige an den Pflanzen übrig.
Diese Art der Ernte erfolgt in der Regel zum späteren Zeitpunkt, sobald möglichst viele Kaffee-Kirschen ihren Reifepunkt erreicht haben und ist besonderes für die massenindustrielle Herstellung des Kaffees beliebt, da sie den Zeitaufwand bei der Erne wesentlich verkürzt.

Du kannst dir wahrscheinlich schon denken warum diese Methode einen großen Minus-Punkt für den Verbraucher mit sich bringt: ganz richtig, am Ende landen im Korb Kaffee-Kirschen in verschiedenen Reifestadien, die sich qualitativ wie auch geschmacklich stark voneinander unterscheiden.

Kaffeeernte Robusta
Solch ein kunterbuntes Bohnenbild bekommt man von der Stripping-Methode. Die Bohnen werden im Nachhinein maschinell aussortiert.

Zwar werden sie mithilfe spezieller Sortiermaschinen möglichst gut aussortiert, es landen am Ende trotzdem zum Teil sehr unterschiedliche Früchte im Korb.
Und schon eine einzige Kaffee-Kirsche schlechter Qualität kann mitunter großen Schaden an den restlichen Früchte anrichten.

Doch auch dieses Verfahren unterscheidet sich von Bauer zu Bauer qualitativ: es spricht auf jeden Fall nicht alleine für die schlechte Qualität des Endprodukts.

Wenn die Kaffeekirschen nach der Ernte mit wirklich großer Sorgfalt aussortiert werden, kann es auch hier zu einem sehr gutem Ergebnis führen.

Verarbeitung

Die Kaffee-Früchte bleiben nach der Ernte zuerst ungeschält und verweilen etwas in der Sonne zum Trocknen. Erst danach wird das Fruchtfleisch mit Hilfe spezieller Schälmaschinen vollständig entfernt.

Die rohen Bohnen gehen dann auf die Reise in die jeweiligen Länder, wo sie frisch geröstet, ggf. gemahlen und weiterverkauft werden. So landen sie schließlich in unseren Kaffeetassen.

Geschmacksprofil

Robusta Kaffee
Guter Robusta-Kaffee hat einige geschmackliche Überraschungen zu bieten!

Und jetzt das wichtigste für den Kaffeefeinschmecker: und zwar der Geschmack!

Die Chromosomenzahl einer Robusta-Kaffeebohne beträgt 22 Paare.
Der Robusta-Kaffee hat einen sehr vollen und runden Körper und erzeugt ein schönes Crema, weshalb er bei den traditionellen Espresso-Mischungen zum soliden Anteil von bis zu 50% gerne verwendet wird.

Der Geschmack ist deutlich bitterer und würziger, als bei Arabica und bringt erdige, nussige, schokoladige, holzige Geschmacksnoten mit sich. Manchmal sogar mit einer leichten Schärfe im Abgang.

Bei einem richtig guten Robusta-Kaffee wirst du Geschmacksnoten verschiedener Steinfrüchte wie z.B. Kirschen oder Rosinen entdecken, vielleicht sogar leichte florale Geschmackstöne.

Robusta-Kaffee ist definitiv für seine besonders ausgeprägten Bitter-Noten bekannt und hat ein kräftiges herbes Aroma.
Doch der Anteil sogenannter Chlorogensäure, die bei einigen der Kaffeetrinker für Magenschmerzen oder Sodbrennen sorgen, ist ebenfalls sehr hoch: fast 30% höher, als bei Arabica.

Crema

Wer besonderes viel Wert auf ein üppiges, volles Crema legt, kommt an Robusta nicht vorbei. Denn in Sachen Crema ist Robusta nun wirklich unschlagbar. Das ist wieder ein wichtiger Grund, warum die Kaffeebohne in den meisten guten Espresso-Mischungen nicht fehlen darf.

Die Crema einer 100% Robusta-Mischung hat eine dunkle bräunlich-gräuliche Farbe und ist im Vergleich zu Arabica um Längen voluminöser und cremiger.

Fazit: Robusta

Zwar hat Robusta-Kaffee lange nicht so ein fancy Image in der Kaffeewelt wie Arabica, die Kaffeebohne ist jedoch nicht zu unterschätzen!

Sie ist wesentlich leichter anzubauen, was sich schlussendlich positiv in unserem Portemonnaie bemerkbar macht und hat eine einzigartige Crema sowie Geschmacksprofil – das macht sie unersetzlich in den meisten Espresso-Mischungen.

Übrigens: die Robusta-Kaffeebohnen enthalten deutlich mehr an wertvollem Koffein. Mit einem Koffeingehalt von 2 – 4,5% sind sie richtige Wachmacher (fast doppelt so hoch wie bei Arabica).

Das sind alles Argumente, die absolut für den Robusta-Kaffee sprechen. Woher kommt also die ganze Euphorie um den Arabica?

Arabica (Coffea arabica)

Arabica Kaffeestrauch
Arabica mag Schattige Plätze besonderes gerne.

Gute Arabica-Bohnen sind besonderes für ihre vielfältige Aromatik so berühmt.

Mann muss aber von vornherein sagen, dass Arabica-Kaffee sich ein deutlich besseres Image in der Kaffeegeschichte erarbeitet hat als es der Robusta-Kaffee genießt.
Es gibt aber deutliche Qualitätsunterschiede auf dem Markt, besonderes bei einem massenindustriellem Kaffee ist das „Qualitätsversprechen 100% Arabica“ erstmal so gut wie nichts Wert.

Und besonders für die Massen-Kaffeeindustrie ist die Bohne so sympathisch: sie wird bei der Röstung ziemlich grob behandelt – und trotzdem schmeckt das förmlich verbrannte Pulver manchmal gar nicht so übel.

Übrigens: Nur etwa 5% der Arabica-Bohnen auf dem Weltmarkt sind wirklich hochwertig.

Anbaugebiete

Es fängt schon mit Namen an: Hochlandkaffee, Bergkaffee – hört sich das nicht traumhaft schön an?
Der schöne Name hat auch seine Daseinsberechtigung: die Arabica-Kaffeeplantagen sind meist in den Berglandschaften, auf der Höhe von ca. 600 – 3000 Meter über dem Meeresspiegel zu finden.

Je höher die Kaffee-Pflanzen wachsen, desto mehr Zeit brauchen die Kirschen zum reifen. Dadurch gewinnen sie mehr an vielfältigen, komplexen Aromastoffen, welche die Besonderheit der Arabicabohnen in der Kaffeewelt ausmachen und für das gute Image verantwortlich sind.

Ursprünglich stammt die Arabica-Pflanze aus dem südwestlichen Äthiopien und wird heute vorwiegend in Kolumbien, Brasilien wie auch weiterhin in Äthiopien angebaut. Wegen des deutlich höheren Preises wird der Anbau von Arabica-Bohnen von den Kaffeebauern bevorzugt. Die Pflanze bedarf aber auch deutlich mehr Aufwand und sie ist anfälliger gegen Wetterumschwünge und diverse Krankheiten wie z.B. Kaffeerost.

Kaffeeplantage Hochland
Nicht umsonst wird Arabica als Hochland Kaffee bezeichnet, die Plantagen befinden sich meistens in den Berglandschaften, ca. 600 – 3 000 Meter über dem Meeresspiegel.

Anbaubedingungen

Für einen perfekten Reifeprozess benötigen Arabica-Pflanzen eine konstante Temperatur zwischen 15-25°C.

Die Pflanze ist sehr sensibel gegen extreme Wetterumschwünge, wie auch direktes Sonnenlicht in hohen Dosen. Auch Frost, Dürre oder extreme Feuchte kommen der Arabica-Pflanze nicht zugute und können ggf. die gesamte Ernte zunichte machen.

Diese Voraussetzungen machen den Anbau wirklich guter Arabica-Bohnen zu einer richtigen Herausforderung für den Kaffeebauern, dafür wird er aber mit einem höherem Preis belohnt, welchen er für das Rohprodukt auf dem Markt bekommt. Ob der etwas höhere Preis den Aufwand wert ist sei mal als Frage dahingestellt.

Besonderes bei Arabica-Bohnen besteht die Gefahr von minderwertiger Qualität, also Augen auf bei der Wahl!

Info: Mittlerweile werden Arabica-Pflanzen oft mit Robusta gekreuzt, wodurch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber diversen Krankheiten deutlich steigt.

Optische Merkmale

Pflanze

Die Kaffeepflanze kommt in der Natur als Strauch oder als Baum vor und erreicht Höhen von 5 – 8 Meter und hat ein vergleichsweise flaches Wurzelsystem. Genau wie die Robusta-Pflanze wird auch Arabica für eine bessere Handhabung auf ca. 2 Meter zurückgeschnitten und somit klein gehalten.

Die Blätter der Pflanze sind etwas größer als die einer Robusta und sie haben eine längliche, ovale Form.

Die Kaffee-Kirsche

Die reifen Kaffee-Kirschen einer Arabica-Pflanze haben ebenfalls eine tiefrote Farbe. Sie sind außerdem deutlich größer und haben eine ellipsoide, längliche Form.

Kaffeebohnen

Kaffeebohne Arabica
Arabica Kaffeebohne mit charakteristisch schmaler S-förmigen Kerbe

In einer Arabica Kaffee-Kirsche befinden sich meistens 2 Kaffeebohnen.
Diese haben eine in die länglich gezogene Form mit einer typisch schmalen S-förmigen Kerbe auf der flachen Seite der Kaffeebohne.
Sie sind meist auch deutlich größer als die Robusta-Bohnen, da sie auch länger reifen.

Ernte

Der Arabica-Kaffee macht ca. 60-70% der Welt-Kaffee-Ernte aus und ist somit deutlich beliebter, als Robusta-Kaffee.

Die Reifezeit bei Arabica-Bohnen liegt zwischen ca. 9 und 11 Monaten nach der Bestäubung der Blüten, was am Ende einen deutlich kleineren Jahresertrag für den Bauern bringt. Da die Arabica-Pflanzen allgemein mit weniger Bohnen pro Strauch bestückt sind und als etwas besonderes in der Kaffeewelt gelten, kann der kleinere Ertrag mit dem höherem Preis beim Verkauf etwas ausgeglichen werden.

Die Ernte kann ebenfalls wie bei Robusta entweder manuell oder maschinell durchgeführt werden.

Bei hochwertigem Arabica-Kaffee wird jedoch am häufigsten die manuelle Picking-Methode angewandt (z.B. in Kolumbien wird ausschließlich nach dieser Methode gearbeitet, was den kolumbianischen Kaffee besonders einzigartig macht).

Die Picking-Methode

Kaffee-Ernte Picking-Methode
Die Ernte vom Arabica-Kaffee mit der Picking Methode ist mühsame Handarbeit.

Wenn die Ernte manuell, mithilfe einer sogenannter „Picking Methode“ durchgeführt wird, werden dabei ausschließlich die reifen Kirschen von den Zweigen sorgfältig abgepflückt und weiter verarbeitet.
Die unreifen Kirschen bleiben weiterhin an den Zweigen und werden dann mit der gleichen Methode zu einem späteren Zeitpunkt geerntet. Hierbei wiederholt sich das Pflücken immer und immer wieder, in den Intervallen von ca. 14 Tagen, bis keine reifen Kirschen mehr zu finden sind.

Vielleicht vergibt unter anderem auch diese Art der Ernte solch ein edles Image für den Arabica-Kaffee? Am Ende ist das Ergebnis der manuellen Ernte nun wirklich viel gewählter und hochqualitativer, aber eben auch wesentlich aufwendiger und mit mehr Arbeitszeit verbunden.
Deswegen um so wichtiger bei der Wahl auf das Fairtrade-Siegel zu achten!

Verarbeitung

Die meisten der Arabica-Kaffeekirschen werden mithilfe einer nassen Aufbereitung von der Fruchtschale befreit und im Anschluss maschinell getrocknet.
Bevor die Kaffeebohnen gereinigt und getrocknet werden, verbringen sie bis zu 36 Stunden in speziellen Wasserbecken, wo sie quasi fermentiert werden. Erst danach beginnt der ebenfalls zeitlich sehr aufwändige Trocknungsprozess.

Bevor die fertig getrockneten Bohnen ihre weite Reise antreten dürfen, werden diese sorgfältig nach Größe, Farbe und sogar Dichte sortiert. Diese Klassifizierung hat einen enormen Einfluss auf den Endpreis des Rohkaffees.

Geschmacksprofil

Arabica Kaffee
Schließlich kommt es beim Kaffee allein auf den Geschmack an und der Geschmack eines wirklich guten Arabica-Kaffees ist etwas ganz besonderes.

Die Chromosomenzahl einer Arabica-Kaffeebohne beträgt 44 Paare, das macht tatsächlich ihren vielfältigeren Geschmack aus.
Hier kommt es aber wieder auf die gute Qualität der Bohnen und eine schonende Röstung an: denn erst dann entfaltet sich der wirklich besondere Geschmack der Rohbohnen und man bekommt feinen und aromatischen Kaffee in die Tasse.
Genauso gibt es auf dem Markt leider einen großen Anteil minderwertigen Arabica, der vollkommen verbrannt ist und dir keinen wirklichen Kaffeegenuss bereiten wird.

Durch den langsamen Reifungsprozess und höhere Plantagenlage (=weniger Luftdruck) bekommt der Arabica-Kaffee viele wertvolle Aromastoffe und essentielle Öle. Dadurch entsteht ein nuancierter, feinerer und gleichzeitig vielschichtiger Geschmack, der oft in süßlich- oder säuerlich-fruchtige Richtung geht. Die Kaffeebohnen weisen außerdem einen fast doppelt so hohen Zuckergehalt auf und besitzen viel weniger Chlorogensäure.

Geringerer Koffeingehalt: Auch der Koffeingehalt ist bei der Bohne deutlich niedriger, und zwar liegt dieser zwischen 1 – 1,7 %. Das macht den Kaffee weniger bitter, die sanften süßen Aromen können so mehr in den Vordergrund treten.

Crema

Die Crema einer 100%-gen Arabica-Mischung ist weniger voluminös und bringt rötlich-bräunliche Farbtöne und zeichnet sich oft durch das berühmte „Tiger-Skin“ Muster aus.

Fazit

Aufgrund des guten Rufes der edlen Arabica-Kaffeebohnen wird der Anbau dieser von den Kaffeebauern bevorzugt. Kein Wunder, denn für Arabica kriegt man auf dem Rohstoffmarkt auch einen höheren Preis. Das heißt aber nicht automatisch, dass das Qualitätsversprächen „100% Arabica“ auf vielen Packungen automatisch etwas über die wirkliche Qualität des Produkts aussagt.

Die richtig guten Arabica-Bohnen weisen einen vielfältigen, nuancierten und eher säuerlichen Geschmack auf, der von phantastischen Aromen begleitet wird.

Auch für Menschen, welche sensibel auf Koffein reagieren ist es eine gute Lösung für den Alltag, da Arabica-Kaffee deutlich weniger Koffein aufweist.

Die wirklich guten Bohnen bekommt man aber nicht im normalen Discounter für 3€ / 500 g., auch nicht im Angebot. Vergiss nicht, dass wirklich hochqualitative Bohnen einen Anteil von nur 5% auf dem Markt ausmachen – hier ist die Sorgfalt bei der Wahl besonders gefragt.

Vergleichstabelle | Robusta & Arabica

Hier eine übersichtliche Zusammenfassung aller wichtigen Merkmale der beiden Kaffeepflanzen:

VergleichsmerkmalRobustaArabica
Welt-Kaffee-Ernte in %ca. 30-40%ca. 60-70%
(Haupt-)AnbaugebieteVietnam, Indien, IndonesienKolumbien, Brasilien, Äthiopien
Anbauhöhe200 – 700 Höhenmeter600 – 3 000 Höhenmeter
Reifezeit6 Monate9-11 Monate
Optische Merkmale der Pflanze5-10 Meter hoch,
tiefes Wurzel-Systhem
bis ca. 5-8 Meter,
flaches Wurzel-System
Optische Merkmale der Kaffeekirschebreit, Oval-förmig
rote Farbe
ellipsoide, längliche Form
rote Farbe
Optische Merkmale der Bohnerundlich, klein
geradlinige Kerbe
länglich, groß
S-Förmige Kerbe
ErnteStripping-MethodePicking Methode
Koffeingehalt2 – 4,5 %1 – 1,7 %
Chromosomenzahl22 Paare44 Paare
Geschmackkräftig, herb, bitter,
malzig, schokoladig, nussig
fein, fruchtig, säuerlich
Steinobst, nuanciert
Cremabräunlich-gräulich, üppigrötlich-bräunlich, „Tiger-Skin“ Muster
Aromakräftig und herbsanft und süß
Zucker5%8%
essentielle Öle8%18%
Hierbei handelt es sich um die Durchschnittswerte, diese können von Sorte zu Sorte variieren.

Fazit

Die bestimmt oft gesehene Bezeichnung „100% Arabica“ ist keineswegs alleine ein ausschlaggebendes Qualitätsmerkmal für einen wirklich guten Kaffee.

Es gibt genau so mit großer Sorgfalt angebaute und hochwertig verarbeitete Robusta Bohnen, die ein einzigartiges Geschmackerlebnis zu bieten haben. Die Robusta-Bohnen werden also oft zu unrecht unterschätzt!

Genau so gibt es viele massenindustrielle „100% Arabica“-Erzeugnisse, die absolut nichts mit echtem Kaffeegenuss zu tun haben und sogar gesundheitsgefährdend sein können.

Am Ende kannst du alleine nach deinen persönlichen Geschmackvorlieben entscheiden: magst du eh starken Kaffee mit einem rundem Körper, viel Koffein und Bitter-, Nuss-, Schokoladennoten oder eine eh säuerliche, leichtere Variante mit weniger Umdrehungen an Koffein, die leichte Steinfruchtnoten auf der Zunge entfalten? Oder vielleicht doch eine gute Mischung aus beiden?

Probiere dich da ruhig durch das Sortiment, falls du dich nicht rein theoretisch entscheiden kannst: du wirst überrascht sein wie viele feine Unterschiede zwischen den verschiedenen Bohnen zu schmecken sind.

Worauf du bei der Wahl richtig guten Kaffeebohnen unbedingt achten sollst

Ob Arabica oder Robusta – minderwertige Ware, die in den heißen massenindustriellen Öfen verbrannt wird, hat nichts mit einem wahren Kaffeegenuss gemeinsam. Achte deswegen auf die gute Qualität, die natürlich auch einen deutlich höheren Preis hat.

Beim bereits gemahlenem Kaffee ist es besonders schwer über die Qualität zu urteilen, die ganzen Bohnen dagegen weisen jede Menge verschiedene Qualitätsmerkmale auf, die leicht mit bloßem Auge kontrolliert werden Können.

Also: Kaffee immer als ganze Bohnen kaufen und zuhause frisch mit einer Kaffeemühle mahlen.

Welche optischen Merkmale sprechen für eine schlechte Qualität?

  • Stark beschädigte Bohnen
    Kaffeebohnen sind recht sensibel bei der Röstung, wie auch beim Transport: kleine Brüche können also ggf. immer entstehen. Allerdings dürfen sie niemals mehr als ca. 5% der Gesamtmenge ausmachen, sonst ist das definitiv ein Merkmal für minderwertige Ware, die wirklich grob bei der Ernte und/oder Röstung behandelt wurde.
  • Anzeichen von Schädlingsbefall
    Wenn die Kaffeebohnen mit kleinen runden Löchern durchzogen sind, spricht es oft für einen Insektenbefall. Das ist natürlich ein absolutes No-Go, denn du wirst wahrscheinlich auch weder geröstete Insekten, noch deren Exkremente trinken.
  • Anzeichen für Schimmelbildung
    Wenn die Oberfläche der Bohnen dunkle schwarz-bläuliche Flecken aufweisen, spricht es für einen Schimmelbefall – definitiv kein gutes Zeichen. Zwar sind solche Bohnen nach dem Röstvorgang nicht mehr unbedingt gesundheitsschädlich, es spricht jedoch definitiv für unsorgfältige Arbeit. Außerdem verändert der Schimmel den Geschmack der Bohnen. Bereits eine verschimmelte Kaffeebohne kann die gesamte Qualität der Ware mit Füßen zerträten.

Welche Qualitätsmerkmale sprechen für einen guten Kaffee?

  • Frisch geröstet
    Zwei Wochen nach der Röstung hat sich der Kaffeegeschmack optimal entwickelt. Ab dann kann er einige Zeit konsumiert werden (besonderes wenn der gut verpackt ist), wird jedoch nicht wie ein guter Wein mit der Zeit besser, sondern im Gegenteil.
    Also, je frischer der Kaffee ist, desto mehr Genuss wirst du beim Trinken erleben. Achte also auf das Röstdatum.
  • Trommelröstung
    Im Vergleich zum massenindustriellen Kaffee, der bei sehr hohen Temperasturen nur sehr kurz geröstet und dadurch buchstäblich verbrannt wird, ist die Röstung im Trommelröster deutlich aufwändiger und schonender für den Kaffee. Dabei bleiben der Bohne die ganzen wertvollen aromatischen Öle, während die lästigen und teilweise sehr ungesunden Bitterstoffe verringert werden.
  • Fairtrade & Bio
    Zwar sagen die beiden Begriffe erstmal nichts über das erstklassige Geschmack aus, stehen aber definitiv für eine gute Qualität und ein gutes Geschmack hängt stark davon ab. Bei der Wahl von fairem Kaffee in Bio Qualität bist du auf jeden Fall schon mal auf dem richtigen Kurs: was den Geschmack angeht, kann man den einen oder den anderen Kaffee einfach mal probieren.
  • Gleichmäßiges Bohnenbild
    Wenn die Bohnen als Gesamtbild ein wirklich gleichmäßigen Eindruck erwecken, spricht das auf jeden Fall für eine sorgfältige Sortierarbeit und gleichzeitig für ein hohes Qualität, auch eine gleichmäßige Farbe ist hierbei entscheidend. Diese weist darauf hin, dass alle Bohnen beim gleichen Röst-Grad geröstet wurden.
  • Matte Bohnenoberfläche
    Wenn die Bohnen bei zu hohen Temperaturen zu aggressiv geröstet wurden, verlieren sie ihre übliche Zellenstruktur. Dabei wird die Oberfläche der Bohne durchlässig und es träten ätherischen Öle auf. Dadurch verlieren die Bohnen an wertvollen Aromen und riechen schnell unangenehmen durch die Oxidation des Öls mit dem Sauerstoff.

Wie du siehst, der Wahl des Kaffees kann bereits eine kleine Wissenschaft für sich sein. Doch mit einer bewussten Wahl kannst du deinen Kaffee-Genuss-Erlebnis auf ein absolut neues Level bringen (auch ohne teureren Kaffeevollautomaten). Mit ganz einfachem Zubehör und wirklich hochwertigen Bohnen kannst du dein eigener Barista werden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 comments

  1. […] sind dir zwei Sorten beim Einkaufen bereits aufgefallen: Arabica und Robusta. So heißen die berühmtesten Kaffeesorten der Welt. Coffea Arabica deckt etwa 75 […]

  2. […] Kaffee wird in den meisten Fällen aus Arabica-Kaffeebohnen hergestellt, da sie von Natur aus weniger Koffein, als die Robusta-Bohnen […]