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Die 3 Kaffeewellen: Infos, Daten, Hintergründe zu den Coffee-Waves

Kaffee in einer Tasse auf einem Tisch am Strand

Was ist eigentlich eine „Kaffeewelle“?

Alle Produkte, Industrien und sogar die Gesellschaft selbst unterliegen Veränderungen, Trends und bestimmten Bewegungen, die sie in ihrer Entwicklung beeinflussen. Auch Kaffeewellen gehören zu diesen Veränderungen.

Mit Kaffeewellen sind Bewegungen oder Kaffeetrends gemeint, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben. Sie haben unter anderem mit dem Business Kaffee selbst, der Bohnenqualität des Kaffees und seiner Herkunft, oder der Produktion zu tun.

First Wave – die Geburt des Kaffees

Der Kaffee, der vor allem für die erste Kaffeewelle stand, gilt als der Kaffee mit der niedrigsten Qualität in allen Coffee Waves, die es bisher gab. Er wird auch als „Commodity-Kaffee“ bezeichnet. Der Kaffee wurde seiner Zeit weniger als Genussmittel, sondern mehr als (Massen-)Ware angesehen und somit mit anderen Gütern wie Reis, Salz oder Weizen gleichgesetzt. Auch die Herkunft oder Art der Beschaffung bzw. Produktion des Kaffees standen nicht im Vordergrund.

Die erste Kaffeewelle begann Ende des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Industrialisierung wurde das Getränk zum Alltagsprodukt, der Anbau wurde ausgeweitet, die Weiterverarbeitung automatisiert und damit in der Herstellung günstiger. So konnten sich mit einem Mal viele Menschen eine Tasse Kaffee leisten.

Schwingungen im Wasser

Kaffee-Marken aus den USA wie Maxwell House oder Folgers machten ihren Kaffee populär und brachten ihn in viele nordamerikanische Haushalte. Als schließlich der Instant-Kaffee erfunden wurde, benötigte man nicht einmal mehr eine Kaffeemaschine.

Instant Kaffee symbolisiert ganz gut, worum es während der ersten Welle des Kaffees – der First Wave – ging. Kaffee war kein Genussgetränk, sondern die Konsumenten wollten ihren Kaffee bzw. das Koffein schnell und möglichst stark.

Der Kaffee der ersten Welle versuchte also nicht wirklich, seine Konsumenten von seiner Qualität zu überzeugen. Auch die Herkunft oder Produktionsweise waren nicht wichtig. Tatsächlich wussten die meisten Menschen in den Vereinigten Staaten jahrzehntelang nicht einmal, dass Kaffee von einer echten Pflanze stammt.

Interessant: Das Herkunftsland oder der Betrieb, der den Kaffee anbaute, wurden nicht (oder selten) erwähnt, es gab keine Informationen zur Verarbeitung des Kaffees und fast immer wurde auf Convenience Wert gelegt.

Instantkaffee Pulver und Goldlöffel

So verschwanden immer mehr Bohnenkaffees aus den Supermärkten, die mit Filter- oder Instantkaffee ausgetauscht wurden. Da der Kaffee möglichst stark sein sollte, waren die Röstungen meistens dunkel.

Informationen, was genau der Inhalt der Packung war, war unwichtig ist meist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. So war weder das Herkunftsland noch die Bohne – Arabica oder Robusta – für den Kaffeekauf entscheidend.

Second Wave – der Aufstieg

Der Aufstieg des Second Wave Coffees – der zweiten Kaffeewelle – wird auf Marken wie Pete´s Coffee, Caribou Coffee und vor allem Starbucks zurückgeführt. Sie haben die Kaffeekultur zunächst in den Vereinigten Staaten und dann weltweit entscheidend beeinflusst.

Ende des 20. Jahrhunderts schafften sie es, dem Kaffee eine neue Bedeutung zu geben, indem sie ihn als eine Art Lifestyle verkauften. Sie schafften in ihren Cafés eine Umgebung, wo Menschen sich treffen und ihren Kaffee mehr genießen konnten.

Der Kaffee wurde nun außerdem in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Zubereitungsmethoden verkauft und damit eine größere Vielfalt an Kaffeeerlebnissen angeboten. Starbucks beispielsweise schaffte es, durch die Art der Zubereitung, ein neues Gefühl einer „Kaffeespezialität“ zu verkaufen.

leuchtendes Coffee Shop Zeichen im Fenster eines Cafés

Sie begannen auch damit, die Herkunftsländer der Kaffeebohnen zu veröffentlichen und gaben so qualitativerem, also höherwertigem Kaffee das erste Mal eine Bedeutung. Im Vordergrund stand dabei allerdings trotzdem nicht der Kaffee selbst, sondern eher die Erfahrung oder der Lifestyle.

Fun Fact: 1974 wurde der Begriff „Spezialitätenkaffee“ zum ersten Mal benutzt. Erna Knutsen, die als Kaffee-Pionierin gilt, verwendete ihn bei der Beschreibung von besonderen Kaffeebohnen.

Auch in Deutschland wurden nach und nach immer unterschiedlichere Kaffeevariationen angeboten. In vielen Restaurants tauchte z.B. der Cappuccino zum ersten Mal auf der Getränkekarte auf.

Der Schwerpunkt lag noch nicht wirklich auf der Herkunft, der Herstellung oder der Qualität des Kaffees, sondern auf dem kreativen Getränk und den netten Baristas.

Third Wave – Kaffee wird Hip

Kaffeetasse auf Holztisch mit Schrift "Third Wave Coffee" im Hintergrund
Die dritte Kaffeewelle

Der Third Wave Coffee, also der Kaffee der dritten Trendwelle entwickelte sich in den 1980er Jahren mit der Arbeit einer Gruppe, die sich stark auf die Kaffeebohnen selbst konzentrierte.

Eine kleine Gruppe von Röstern und Cafés experimentierte mit leichteren Röstgraden und testete neue, exotische Aromen aus gut angebauten Kaffees.

1982 wurde daraus die „Specialty Coffee Association of America“ gegründet, die diesem neuen Röst- und Brühstil eine Plattform gab. Gleichzeitig begann die Welle sich in anderen Teilen der Welt wie Australien, Kanada und Skandinavien zu verbreiten.

Die Branche wuchs in den nächsten Jahrzehnten beständig. Der Begriff der „dritten Kaffeewelle“ wurde Ende des 20. Jahrhunderts geprägt und wurde zu einem schnell wachsenden Trend. Als immer mehr Konsumenten erkannten, dass Kaffee mehr ist als ein bitterer und starker Koffeinlieferant, entstand eine ganz neue Kaffee-Bewegung.

Während sich parallel Kaffeespezialitäten etablierten, und Varianten wie der Cappuccino oder Latte Macchiato ihren italienischen Vorbildern gleichkamen, blieb man in der Third Wave Coffee-Bewegung dem schwarzen Kaffee treu.

Schwarzerer Kaffee im Glas und Kaffeebohnen im Hintergrund
Schwarzer Kaffee

Die Vorliebe dunkler Röstungen trat mit der dritten Welle etwas in den Hintergrund. Sie verschwanden zwar nicht, doch allgemein wurden seitdem eher hellere Röstungen beliebter, die fruchtiger und leichter waren.

Zur dritten Kaffeewelle gehören alle Entwicklungen, welche den Genuss und die Transparenz der Herkunft und Produktion des Kaffees in den Vordergrund stellten. Es wird auf der einen Seite auf Nachhaltigkeit sowie fairen Handel Wert gelegt, auf der anderen Seite ist der Kaffee ein Genussmittel und kein bloßer Kaffeelieferant.

Gleichzeitig mit der Third Wave-Bewegung wuchs allerdings auch die Coffee-to-go Bewegung. Das widersprach einerseits dem Nachhaltigkeitsaspekt des Kaffees als Ganzem und andererseits auch dem Genussaspekt, denn Coffee-to-go sollte vor allem schnell sein.

Die 5 Kaffeewellen

Fourth Wave – Kaffee als Wissenschaft

Ob es nach der großen dritten Welle des Kaffees schon eine vierte oder fünfte Welle gab, ist nach Kaffeeexperten umstritten. Wenn man von einer vierten Welle sprechen kann, wird diese als „wissenschaftliche Episode“ des Kaffees bezeichnet.

Die exakten Maßeinheiten für eine perfekte Tasse Kaffee oder einen Espresso, die Qualität von Kaffeemaschinen und auch die Nachhaltigkeit des Kaffeeanbaus rückten immer mehr in den Vordergrund – ebenso wie der Einfluss des Klimawandels auf die Produzenten und das gesamte Versorgungsnetz.

Vergleich: Im Kontrast zur dritten Welle, fokussierte sich die vierte Welle eher darauf, alles rund um den Kaffee als Wissenschaft und den Kaffeeservice aufs nächste Level zu bringen.

Die Bedeutung des Wissens um das Thema Kaffee wurde ebenfalls größer, indem man sich insgesamt wissenschaftlicher und nachhaltiger mit dem Thema auseinandersetzte. Kaffee fand in der vierten Welle ebenfalls Einzug in vornehme Restaurants und Lokale.

Fifth Wave – das Business Kaffee

Kaffeetasse und Kaffeekirschen mit Stift und Block aus Vogelperspektive
Kaffee als Business

Das Business Kaffee bzw. alles, was sich um den Wirtschaftszweig Kaffee selbst dreht, wird als fünfte Welle des Kaffees bezeichnet. In der fünften Welle haben sich Firmen die Ideale der dritten Welle als Vorbild genommen und diese auf große Geschäfts-Ketten, wie Blue Bottle Coffee oder Arabica übertragen, um noch mehr Menschen zu erreichen.

Fun Fact: Mit jeder Welle wurde Kaffee so nach und nach zu einem Milliardenbusiness.

Das besondere an der fünften Welle ist, dass sie mehrere Wellen vereinte, indem sie ihren Fokus zum Beispiel auf sehr hochwertigen und nachhaltigen Kaffee legte und gleichzeitig der Qualität des Services durch die Erfahrung des Personals große Beachtung schenkte.

Falls du noch mehr zur fünften Welle wissen möchtest, schau doch mal in den (englischsprachigen) Podcast oder ins Magazin von WorldCoffeePortal rein.

Fazit – 5 Wellen, 1 Leidenschaft

In der ersten Coffee-Wave wird Kaffee zum Alltagsprodukt und für viele Menschen zugänglich. Der Fokus der ersten Kaffeewelle liegt dabei vor allem auf der Automatisierung und Verbreitung von Kaffee als Massenprodukt. Die Qualität spielte keine Rolle, Kaffee musste schnell zur Verfügung stehen und vor allem stark sein.

Die Bedeutung von Kaffee änderte sich mit der zweiten Welle definitiv, dennoch legte sie immer noch keinen Fokus auf die Kaffeequalität, da in der Produktion selten vom dunklen Kaffeeröststil der ersten Welle abgewichen wurde, der den Kaffee bitter, stark und einheitlich machte. Durch große Kaffeeketten wurde der Kaffee mehr und mehr zum Lifestyle-Produkt.

Der Genuss spielte auch im Zuge der dritten, und bekanntesten Welle, eine größere Rolle. Der Trend wandte sich ab von dunklen, hin zu leichten und fruchtigen Röstnoten. Außerdem wurde nun Wert auf die Transparenz der Herkunft und Produktion des Kaffees gelegt. Nachhaltigkeit und fairer Handel spielen nun eine entscheidende Rolle als Qualitätsfaktor.

Die vierte Welle gilt – wenn sie denn bereits existiert – als wissenschaftliche Episode der Kaffeewellen. Die exakten Maßeinheiten für das perfekte Getränk, die Qualität von Kaffeemaschinen, die Nachhaltigkeit des Kaffeeanbaus und auch der Einfluss des Klimawandels auf das gesamte Versorgungsnetz vereinten viele Wellen in einer.

Auch die fünfte Welle gilt als Kombination verschiedener Vorreiter. Hinzu kommt in ihr noch er Fokus auf das Business Kaffee selbst sowie die Qualität des Service und die Expertise der Baristas weltweit, auf die nun mehr wert gelegt wurde als noch in den ersten Kaffee-Bewegungen.

Falls du noch mehr zum Thema Kaffee erfahren möchtest, schau doch auch mal in unserem umfangreichen Kaffee Lexikon vorbei.

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